Prolog: Was wollen wir?

Domus Ecclesiæ1 heißen die Gebäude, die die frühen Christen zur Feier der Liturgie bauten oder einrichteten, vor Konstantin und vor den großen Basiliken. Nicht ganz zufällig haben wir diese Seiten Domus Ecclesiæ genannt. Die Zeit heute ist durchaus vergleichbar mit jener der frühen Christen. Wir leben wie sie in einer weitgehend feindlichen, heidnischen Umwelt. Die Menschen leben, als gäbe es Gott nicht. Sie dienen ihren eigenen Göttern. Jeder sucht oder baut sich seinen Götzen. In gleicher Weise wie damals gibt es die offiziellen Kulte mit ihren öffentlich bestallten Zeremonienmeistern, Auguren und Hohenpriestern. Niemand kann sich deren Opferdienst entziehen, ohne gebrandmarkt oder benachteiligt zu werden. Vom „Holocaust“-Kult über die Klimaverehrung bis zur Anbetung des liberal-demokratischen Weltethos reicht die Reihe der modernen Baale, die tolerant genug sind, immer neue Zunftgenossen in ihren Reigen aufzunehmen.

In der vorkonstantinischen Zeit gab es ebenso die wilde Beliebigkeit zahlloser privater Kultformen, mythologischer und theatralischer Götterwelten, es gab die staatlichen Kulte, und es gab den „Gott der Philosophen“, gemäß den philosophisch-physikalischen Interpretationen der Welt und der Gottheit. Und es gab die Christen, die sich all diesen Paradigmata entzogen; die sich Feinde machten, weil sie die Schändlichkeit vieler Kultformen verurteilten, weil sie durch die Vernunftgemäßheit ihrer Lehre den Philosophen nicht bloß Konkurrenz machten, sondern sie gleichsam abzulösen beanspruchten; die vor allem aber deswegen in die Mühlen der Verfolgung gerieten, weil sie dem Staatskult das geforderte Opfer verweigerten.

Gewiß haben die Christen damals nicht in den Katakomben2 gelebt, obwohl diese Vorstellung wohl nicht auszurotten ist. Ebenso gibt es heute keinerlei Notwendigkeit, sich in Katakomben oder ein „Ghetto“ zurückzuziehen. Aber es gibt das Bedürfnis nach Sicherheit, nach sicherem Grund, nach der gesunden Lehre, nach der Wahrheit – also nach Fundamenten und nach festen Wänden, nach Grenzen, die recht und falsch scheiden. Wir jedenfalls bekennen uns zu diesem Bedürfnis. Wir basteln darum keine „Homepage“, sondern wir versuchen, mit unsern Mitteln ein solches „Häuschen der Kirche“ zu errichten, in dem wir dem Besucher in Gestalt zentraler Dokumente solche Sicherheit zu bieten versuchen.

Darüber hinaus bringen wir Kommentare und Meinungsäußerungen zu aktuellen und grundsätzlichen Themen. Nicht nur spezifisch Kirchliches, sondern auch in die Politik wollen wir uns hier einmischen, denn als Christen leben wir ja nicht außerhalb der Gesellschaft. Ja, gerade wenn wir uns als Christen zunehmend als außerhalb der Gesellschaft stehend empfinden, ist es notwendig, den eigenen Standort zu bestimmen. Natürlich beanspruchen wir in solchen Dingen nicht, jene absolute Sicherheit zu bieten, von der oben die Rede war. Aber wir wollen versuchen, an alles, was wir hier schreiben, den Maßstab der Tradition und der gesunden Lehre zu legen. Dem Leser bieten wir die Möglichkeit, seine Kommentare öffentlich beizutragen.

Schließlich wollen wir dem Publikum noch eine Auswahl dessen offerieren, was auch zum Schatz der christlichen Kultur gehört: Texte zur Philosophie und zur Geschichte der Christenheit (und nicht nur ihrer) sowie Perlen der abendländischen Litteratur nebst einigem, was die Dichter der östlichen Christenheit geschaffen haben.

Daß all dies vorerst bloß ein Plan ist, versteht sich. Wir hoffen auf Ihr Verständnis, lieber Gast, daß wir nur nach und nach das Versprochene umsetzen können: nämlich fürs Internet aufbereiten, was wir schon auf der Festplatte haben, und in Dateiform bringen, was noch im Bücherregal ruht. Der Blick in die Liste unserer jeweils neuesten Errungenschaften mag Ihnen helfen herauszufinden, ob für Sie Interessantes dabei ist.

Hier unser Plan für diese Seiten im Überblick:

Kirchliche Dokumente

Historische Dokumente

Philosophische Dokumente

Schöne Litteratur

Aktuelle oder weniger aktuelle Kommentare

Und sonst noch ...

Wir wünschen einen angenehmen Aufenthalt in unserer virtuellen Bibliothek! Und wenn Sie das Gewünschte heute noch nicht finden können, dann schauen Sie demnächst wieder vorbei.

Pax Christi cum omnibus vobis.


1 domus (fem.) Ecclesiæ – „Haus der Kirche“, hier als Plural (domus): Häuser der Kirche

2 Katakomben sind vielmehr unterirdische Friedhöfe, namentlich in und bei Rom. Der Name leitet sich von der Ortsbezeichnung „ad catacumbas“ für die unterirdische Friedfofsanlage (cœmeterium) bei San Sebastiano ab und ist von daher verallgemeinert worden.